Umbau des Adlers (2000 - 2001)

     
     
Mai 2000: Erstes Beschnuppern des neuen Heimes
Im Mai des Jahres 2000 fällte mein Cousin Marcel Mettler, gewandter Handelsmann im Berufsleben und unermüdlicher EDV-Freak in der Freizeit, eine weitreichende Entscheidung in seinem Leben: er beschloss, das Adlergebäude an der Rösslistrasse in Näfels zu kaufen. Da ich mich selbst am Umbau des historischen Gebäudes beteiligte und Marcel mich bat, einen Bericht über die Sanierung und Geschichte zu verfassen, ging ich daran, entsprechendes Material zu sammeln und unterhielt mich mit dem stolzen Hausbesitzer selbst:

Bruno Landolt: Marcel, was verleitete Dich zum Kauf des Adlers?

Marcel Mettler: Ich hatte etwas Geld gespart und beabsichtigte, ein Haus zu kaufen oder zu mieten. Das Adlergebäude hat mir sehr gut gefallen, zumal es sich in ummittelbarer Nähe meines Arbeitsplatzes befand. Und nachdem mir zwei oder drei Objekte vorgestellt worden waren, entschloss ich mich, es zu kaufen.

Bruno Landolt: Warum gerade dieses Gebäude?

Marcel Mettler: Es ist zentral gelegen und es sind mehrere Parkplätze vor-handen. Ausserdem realisierte ich, dass ich relativ kosten-günstig darin leben könnte, wenn ich den grössten Teil des Hauses vermieten würde.

Bruno Landolt: Hattest Du eine Beratung? - Welche?

Marcel Mettler: Als meine Eltern altersbedingt ihr Haus 

verkauften, musste ich eine neue Bleibe suchen. Dies wussten viele Bekannte von mir; so auch Heinrich Isler, ein Kunde, der im PC-Shop Omikron - meinem damaligen Arbeitsplatz - verkehrte. Er war es, der mir den "Adler" als Kaufobjekt empfahl. Ich schaute mir aber zunächst noch zwei weitere Objekte an, eines in Mollis und eines in Niederurnen. Herr Isler meinte, das Haus sei gut gelegen und der Preis sei angemessen. Natürlich sind die Sanierungskosten letztlich ein wenig höher ausgefallen, als man erwartet

hatte. Andererseits muss ich sagen, dass ich nach wie vor hinter dem Kauf stehe und mir das umgebaute Haus gefällt.

Heinrich Isler (siehe Bild), der Architekt, der den Umbau leitete, arbeitete während der Sanierung eng mit Marcel zusammen.

Unter anderem diskutierte er mit Marcel sein Vorgehen und erteilte ihm und anderen Handwerkern im Haus entsprechende Aufträge. Da mein Cousin aber seine Kompetenz als Bauherr bezüglich Eigeninitiative und Fleiss mehr als ausschöpfte, während der Architekt streng nach bewährtem Rezept kochen wollte, stand diese Zusammenarbeit nicht immer unter einem guten Stern.

Bruno Landolt: Du hast eben erwähnt, den bauleitenden Architekten Heinrich Isler im PC-Shop, wo Du arbeitetest, kennengelernt zu haben. Wie konntest Du ihn für das Projekt gewinnen?

Marcel Mettler: Ich habe mehrere Architekten gekannt. Dass Heinrich Isler mir letztlich den Kauf des "Adlers" empfahl, war ein Zufall, denke ich.
Bruno Landolt: Nun, du wusstest, dieses Haus würde Dich ziemlich viel Geld und Arbeit kosten; welche Gefühle hattest Du unmittelbar nach dem Kauf?

Marcel Mettler: Na ja, ich habe mehr oder weniger mit den vorliegenden Auslagen gerechnet. Man budgetiert auch alles, bevor man einen solchen Kauf abschliesst. Mir war also klar, was Kauf und Umbau des Hauses ungefähr kosten und welche Rendite ich durch die Vermietung wieder herausholen würde. Ausserdem unterstützten mich meine Eltern, die nach dem Verkauf ihres Hauses noch etwas Reserven hatten. Sie erkannten, denke ich, dass die Sanierung eine gute Sache war, obwohl sie mit dem Hauskauf selbst nicht immer zufrieden waren.

Ich erinnere mich, wie Marcel mir kurz nach dem Kauf eine Hausführung anbot. Wir waren von einer Familienfeier in Goldau zurückgekehrt, als ich das Haus zum ersten Mal betrat. Alsbald beugte sich Marcel über die Treppe und fing an, alten Teppichleim von den Stufen zu kratzen. Ungeniert ermutigte er mich, ihm dabei zu helfen.

Also erklärte ich mich bereit, eine Stufe halb vom Leim zu befreien. Dabei merkte ich, dass es sich um eine sehr mühsame Arbeit handelte und Stufe und Leim im Laufe der Jahre ganz eins geworden waren. Marcel jedoch kratzte, schabte und schrubbte unbekümmert weiter, denn für ihn war diese Putzerei bloss eine von vielen Arbeiten, die im Haus zu erledigen waren.

Bruno Landolt: Hast Du Dich nach dem Kauf gleich in die Arbeit gestürzt? Welche Arbeiten waren anfangs zu erledigen?
Marcel Mettler: Ja, ich fing recht bald mit der Arbeit an. Das Haus war noch voller alter Einrichtungen und Möbel des vorigen Besitzers. Diese entfernte bzw. entsorgte ich, was meist ohne fremde Hilfe geschah. Ferner war viel Vorbereitungsarbeit zu leisten, während der Architekt den Plan für die Sanierung erstellte. Letzlich gab es doch mehr zu tun, als man erwartet hatte. Trotzdem war ich meistens sehr motiviert und investierte entsprechend viel Zeit in den Umbau.
Das heisst, ich opferte meine gesamten Ferien und die ganze Freizeit, die mir neben der Arbeit noch blieb.

Die nebenstehenden Fotos zeigen Kollegen und Marcel beim Verkauf des alten Hausrates am Glarner Flohmarkt.

In der Tat war das Haus noch voller alter Einrichtungen und Möbel der vorigen Besitzer. Davon konnte ich mich bei der Hausführung leicht selbst überzeugen. In der ehemaligen Bar im Erdgeschoss standen noch angebrauchte Rum-, Likör- und Schnapsflaschen herum. Die ums Leben gekommene Wirtin der Bar und Ex-Besitzerin des Gebäudes scheint das Haus Hals über Kopf verlassen zu haben. Sie soll sich im Frühjahr 1999 in der Linth ertränkt haben.